Liebe Führungskräfte: Ihr seid der digitale Wandel!

April 11, 2018

 

In diesem Blog geht es um die Bereitschaft des Managements, den digitalen Wandel durch ein Umdenken ihrer eigenen Führungsaufgaben einzuleiten. Am Beispiel der aktuellen US-Senatsverhandlungen von Facebook-CEO Mark Zuckerberg werden Chancen und Risiken digitaler Geschäftsmodelle aufgezeigt. Es wird deutlich, dass Veränderung immer Unsicherheit birgt. Doch nur durch das Agieren am Rande erlernter Komfortzonen werden neue Rollen, Dynamiken und Geschäftsmodelle für Konzerne möglich.   

 

In einer aktuellen Studie von etventures (2018) wird deutlich wie sehr deutsche Großkonzerne mit der Digitalisierung und der dadurch notwendigen Transformation hadern. Auch der Spiegel greift diese Studie auf. In seinem Artikel hebt die Zeitung insbesondere hervor, wie sehr sich die Unternehmen selbst blockieren. Als zentrale Gründe dieser Blockaden werden fehlende Strukturen und Rollen zur Befähigung von Innovation und Wandel hervorgehoben. Auch beklagen führende Manager die Abwehrhaltung von Mitarbeitern gegenüber der Digitalisierung aus Furcht vor Arbeitsverlust und Wandel.

 

Sind diese Sorgen neu? Nein, das sind sie nicht. Sind sie darum weniger wichtig? Absolut nicht. Im Gegenteil! Trotz wiederholter Aufrufe aus Wirtschaft und Wissenschaft scheint die Digitalisierung weiterhin zu mehr Fragezeichen als Aha-Momenten zu führen. Wenn man die aktuellen Datenschutz-Sorgen betrachtet, die den US-Senat zum heutigen Tag bewegten Facebook CEO Mark Zuckerberg zu befragen, wird deutlich, wie viele Fragen noch zu klären sind.

 

„Manager beklagen, dass Mitarbeiter in eine Abwehrhaltungen gehen.“

 

Ein Aspekt aus der o.g. Studie hat mich persönlich aufhören lassen. Die Manager beklagen, dass die Mitarbeiter in eine Abwehrhaltung gehen. Ich finde das sehr spannend. Ich würde diese Aussage gerne in eine Frage umwandeln:

 

Liebe Manager, sind Sie selbst bereit, digitalen Wandel, neue Technologien und innovative Geschäftsmodelle anzunehmen?

Sind Sie bereit, internes unternehmerisches Handeln zu treiben?

Sind Sie dazu motiviert neue Rollen und Dynamiken zu kreieren?

 

Oder um auf Mark Zuckerberg zurück zu kommen: Würden Sie auf ihre Visitenkarte schreiben: „I am the CEO-bitch?

 

Das virtuelle Netzwerk Facebook steht unter Beschuss

 

Mark Zuckerberg hält der Welt heute vor Augen, dass digitale B2C-Geschäftsmodelle mit einem aktuellen  Jahresumsatz von 12,46 Milliarden USD auch Gefahren bergen. Es gilt Herausforderungen wie das Datenmanagement, Vertrauen der Nutzer und die Etablierung digitaler Geschäftsmodelle zu managen. Man kann diesem jungen CEO vorwerfen, dass er mit diesen Herausforderungen leichtfertig umgegangen ist. Man kann ihm aber auch zusprechen, dass er das Wagnis eingegangen ist und ein Netzwerk geschaffen hat, welches seit 2013 58% Umsatzsteigerung erzielt und 2,2 Milliarden Nutzer von sich überzeugt hat.

 

Er hat den digitalen Wandel nicht nur genutzt, sondern ihn führend mitgeprägt. Er hat auf Basis eines simplen Matching-Algorithmus das größte digitale Netzwerk weltweit aufgebaut und gewagt ein Geschäftsmodell aufzubauen, das nach wie vor kostenfrei für die Nutzer ist. Sein Geschäftsmodell basiert auf dem Verkauf von Daten und der Ermöglichung von target-spezifischer Werbung. Dafür steht er heute vor dem Senat. Nun steht es uns frei zu urteilen, ob er verantwortungsvoll mit Daten umgegangen ist oder nicht. Was aber an der Stelle hervorzuheben ist: Der CEO-bitch ist unbekannte Wege gegangen, die von Unsicherheiten geprägt waren und für die es zum gegebenen Zeitpunkt keine definierten Strukturen und Prozesse gab.

 

Innovation entsteht radikal, in dem bestehende Systeme zerstört werden. Oder sie erwächst inkrementell, in dem sich bislang funktionierende Technologien und Geschäftsmodelle wandeln. Nun wollen wir alle Teil von einem digitalen Wandel sein anstatt die bestehenden Konzerne zerstört zu sehen. Das Management ist gefragt.

 

Veränderung fängt beim Management an

 

Denn Wandel entsteht nur durch die Bereitschaft zur Veränderung. Diese Bereitschaft fängt bei uns selbst an. Wenn Sie als Manager es wagen, in die Unsicherheit einzutreten und neue Chancen sehen wollen, werden Sie zum ersten Botschafter des Wandels. Mit dem Tag, an dem sie Führungsverantwortung übernommen haben, haben Sie das Recht zu klagen abgegeben. Mit diesem Tag haben Sie die Aufgabe angenommen, die Fahne des Wandels hochzuhalten und ihre Mitarbeiter dazu zu motivieren, dies ebenfalls mit Ihrer Unterstützung zu tun.

 

Darum sind Sie heute wichtiger denn je. Denn nur wenn Sie zum Chief Entrepreneur Ihres Unternehmens, Ihrer Unit und Ihres Teams werden, wird unternehmerisches Denken und Handeln glaubhaft. Es wird eine Veränderung von Strukturen und Kollaborationen mit sich bringen, weil digitale Innovationen nicht in geschlossenen Systemen von bspw. IT oder Marketing funktionieren. Diese Kollaborationen werden sich organisch entwickeln, wenn Sie Ihre Mitarbeitern dazu ermutigen, in neuen Produkten, Technologien und Prozessen zu denken.

 

Als Konsequenz daraus werden auch neue Rollenbilder erwachsen. Vielleicht haben Sie in Ihrem Team bald den Chief of Agility, der flexibel und offen auf Fachbereiche zugeht, mit welchen sie bisher keinen Austausch hatten, oder den Master of Connectivity, der sich in offenen Plattformen Feedback für eine neue Hardware-Komponente holt und so neues Wissen ins Team bringt. Vielleicht verstößt der Chief of Agility hierbei erst mal gegen die Regel „...mit denen haben wir doch noch nie gesprochen...“ und der Master of Connectivity begeht prinzipiell eine Verletzung der IP-Regeln. Aber wenn diese unternehmerischen Treiber den Konzern langfristig flexibler, offener und digitaler machen, sollten Sie vielleicht gemeinsam mit ihren innovativen Chiefs den Wandel treiben.

 

Liebe Manager,

trauen Sie sich, Teil des digitalen Wandels, neuer Technologien und innovativer Geschäftsmodelle zu sein!

Werden Sie zum Chief Entrepreneur!

Kreieren Sie neue Rollen und Dynamiken!

 

Und geniessen Sie das Neue, das dadurch entsteht.

 

Literatur:

 

Etventure (2018), Digitale Transformation 2018, Link.

Spiegel (2018), Deutsche Konzerne blockieren sich selbst, Link.

 

 

 

 

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