Die Lampe ist noch da! Aber wo ist der Geist hin? Ein Plädoyer für Be-Geisterung.

September 21, 2018

Sind wir von allen guten Geistern verlassen? Oder haben wir verlernt, die Lampe richtig zu reiben, damit sie sich zeigen? Ein guter Geist möchte mit Bewusstsein geweckt werden. Dann steht er bereitwillig zu Diensten.

 

 

Einen guten Geist kann man spüren - in einer Familie, einem Verein, einem Unternehmen oder in einer ganzen Gesellschaft. Es ist Offenheit spürbar, Vertrauen, Verantwortungsbewusstsein, Toleranz, Mut und Tatendrang. Es fühlt sich gut an. Man möchte dazugehören. Es geht etwas voran und wir sind positiv gestimmt. Rückschläge lassen sich verkraften, Herausforderungen gut meistern und es ist Energie da, um zuversichtlich die Zukunft zu gestalten.

 

Be-geisterung ist die Freisetzung und Lenkung von Energie

 

Vielleicht fallen Dir jetzt gleich ein paar Beispiele aus Deinem Umfeld ein. Jetzt ist die Gelegenheit, sich einem Moment Zeit zu nehmen, um sich daran zu freuen.

 

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Be-Geistern - für mich bedeutet das, jemandem oder einer Gemeinschaft Geist einzuhauchen. Das Gegenteil davon wäre rein sprachlich ent-Geistern. Und eigentlich passt das auch sehr gut. Wer ent-geistert ist, den verlassen tatsächlich alle guten Geister. Empörung nimmt den ganzen wertvollen Raum ein. In dem Moment ist wenig Platz für Positives, was zusammenhält, berührt und den Weg in die Zukunft zeigt. Auch das hast Du sicherlich schon erfahren und kennst vielleicht auch Situationen, in denen Du ent-geistert warst. 

 

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Wie schaffe ich es also, einer Gemeinschaft einen spürbar guten Geist einzuhauchen? Wie be-geistere ich? - nicht kurzfristig, sondern so, dass dieser Geist bleibt und nicht bei nächster Gelegenheit wieder weicht?

 

Um eine Gemeinschaft zu be-geistern, muss zunächst in mir selbst ein guter Geist spürbar sein. Erst dann bin ich in der Lage, andere im positiven Sinne anzustecken. Das ist dann der Fall, wenn ich ein Bewusstsein für mich selbst habe und danach handle: Wer bin ich? Wofür stehe ich? Was sind meine Neigungen und Fähigkeiten? Wobei empfinde ich Freude? Was macht mir Angst? Was oder wer gibt mir Energie? Wohin fließt meine Energie? Mit diesen und weiteren Fragen muss ich mich nicht täglich auseinandersetzen. Und doch ist Klarheit darüber eine notwendige Voraussetzung, um mich selbst zu be-geistern.

 

Wenn ich mir über mich bewusst bin, kann ich mich selbst be-geistern.

 

Neben der Verbindung zu mir selbst ist noch eine zweite Bewusstseinsebene relevant: Die Fähigkeit, eine Gemeinschaft zu be-geistern wird getragen vom Bewusstsein für für die Werte, Bedürfnisse, Träume, Hoffnungen, Ängste und Nöte der Menschen in ihr. Geht es also auf der ersten Ebene nur um mich, so geht es auf dieser Ebene gar nicht mehr um mich. Und trotzdem müssen beide Ebenen in einer positiven Verbindung stehen, damit Be-Geisterung stattfindet. Das lässt sich nicht erzwingen und wenn man es trotzdem versucht, kostet es unglaublich viel Energie und der Erfolg ist mehr als fraglich.

 

Wenn ich mich mit Menschen verbinde, kann ich sie be-geistern.

 

Es bedarf noch einer dritten Bewusstseinsebene, um zu be-geistern. Ohne Sinn und Zweck findet keine Be-geisterung statt. Diese Ebene hängt zwar stark mit den beiden anderen zusammen und doch steht sie für sich sehr kraftvoll im Rampenlicht. Das schöne an dieser Ebene des Bewusstseins ist, dass ich sie wunderbar teilen kann in einem Shared Purpose. Gelingt es mir, meinem Handeln und dem der anderen Menschen eine Orientierung zu geben, die unseren Werten, Bedürfnissen, Träumen, Hoffnungen, Ängsten und Nöten entspricht, dann gelingt es auch die Energie freizusetzen, die in den Menschen steckt. Dazu benötige ich eine Vision von der Zukunft und muss mir die Mühe machen, sie zu übersetzen - auch in Worte, aber vor allem in Taten.

 

Be-geisterung wird getragen von meinem Bewusstsein für die Zukunft.

 

Die Fähigkeit, nachhaltig zu be-geistern hängt mehr von unserem Bewusstsein und Tun, denn von unseren Worten ab. Wenn wir also an der Lampe reiben, um den Geist zu erwecken, dann müssen wir das im Bewusstsein für uns selbst und für diejenigen tun, die wir be-geistern möchten. Sonst zeigt er sich nicht. Diese Fähigkeit kann man entwickeln, wenn man sich dafür die nötige Zeit nimmt und das Umfeld dafür schafft. In der Regel ist bereits der Weg eine große Bereicherung.

 

 

Zu diesen Gedanken hat mich ein Gespräch mit Joachim Latsch inspiriert, der leidenschaftlich gerne Wörter seziert. Danke Joachim.

 

 

Ich freue mich über Eure Gedanken.

 

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